Es gibt Phasen in meinem Leben, wenn's mir nicht gut geht, da gewinnen die Monster in mir die Oberhand. Sie tragen so klangvolle Namen wie Unsicherheit, Zweifel, Angst und wenn sie mich erst mal in ihrer Gewalt haben, sorgen sie dafür, dass ich mich selber nicht leiden kann, obwohl ich mittlerweile meistens recht gut mit mir auskomme. *soifz*
In so Momenten / Phasen habe ich - noch mehr als sonst - ein Talent dafür, Dinge, meist die zwischen den Zeilen, übelstmöglich zu interpretieren. Also quasi, wenn es eine "gute" und eine "böse" Interpretationsmöglichkeit gibt, springt mich die absolut unterirdisch miese Möglichkeit an und behauptet krampfhaft die einzig mögliche zu sein. Ich weiss das, wenn ich hinterher klar darüber nachdenke und trotzdem sind das so Momente, wo ich, auch wenn ich es mir mit aller Kraft wünsche, nicht anders kann.
Das wirklich Schlimme daran ist, dass ich andere Menschen damit vor den Kopf stoße. Wenn ich das eklig und / oder langwierig genug hinbekomme ohne vorher aus meiner Abwärtsspirale wieder rauszukommen und es "schaffe", dass sich jemand von mir abwendet, gerate ich in Panik, klammere, stoße noch mehr vorn Kopf, bin noch unausstehlicher und fühle mich letztendlich dann darin bestätigt, dass einfach nichts Liebenswertes an mir ist. Hab ich ja schließlich lange genug in meiner Kindheit so gelernt. Nur wenn ich fehlerfrei funktioniere, ist die Welt in Ordnung und die Menschen in meiner Umgebung mir zugewandt. Mit Abstand und Klarheit ist es (relativ) einfach die Zusammenhänge im Jetzt und wieviel davon hausgemacht ist, zu begreifen - nicht jedoch in Momenten, wo ich in dieser Gedankenspirale festhänge. Und so habe ich ein Talent dafür, mich selber in mein Unglück reinzumanövrieren und es oft erst dann zu merken, wenn es zu spät ist. -.-
Ich bin unendlich dankbar für die wenigen Menschen in meinem Leben, die mich auch dann leiden können, wenn ich es selber mal wieder nicht kann. Die mir auch oder gerade dann zugewandt begegnen, mir deutlich "Stopp. Was du hier machst ist Murks." sagen. Und das wenn's sein muss mit unendlicher Geduld und Beharrlichkeit. Und die mir mit genau solcher Geduld und Beharrlichkeit die Hand hinhalten, mir auf die Pelle rücken statt sich zurückzuziehen, mir zu verstehen geben, dass sie mich auch in solchen Momenten mögen. Danke! Mit eurer Hilfe ist es sehr viel einfacher, nicht zu tief zu rutschen und das Gedankenchaos zumindest von einer anderen Seite aus betrachten zu können! Und auch mich selbst wieder leiden können, ist dann soviel einfacher! Danke, dass ihr meine inneren Monster aushaltet und an meiner Seite bleibt - auch wenn ihr sie nicht leiden könnt.
Irgendwann schaffe ich es auch, die Biester erst gar nicht die Kontrolle übernehmen zu lassen! Bewusst ohne Konjunktiv! Ich arbeite dran! Versprochen!
Katja