Da denkt man, man kennt sich mittlerweile recht gut und entdeckt plötzlich, dass man doch anders ist.
Der erwartete Fall ist nicht ausgeblieben, die Traurigkeit auch nicht. Aber der Fall ist längst nicht so bodenlos wie ich vermutet und die Traurigkeit längst nicht so fordernd und raumgreifend wie ich befürchtet hätte. Es geht mir gut (zumindest meistens), und das nicht weil es ja irgendwie weitergehen muss, sondern weil ich weiss, dass es weitergehen wird. Und zwar nach vorne. Herrje, kann mir mal jemand erklären, wie sich der Optimismus und die Zuversicht so dermaßen bei mir breit machen konnten? Genügt es vielleicht wirklich, wenn man sich einmal überwunden und dafür gekämpft hat, alle Zweifel und Bedenken über Bord zu werfen, darauf zu vertrauen, dass alles gut wird - dass von dieser Haltung selbst dann so viel übrig bleibt, wenn genau die Sache, auf die man vertraut hat, doch ganz anders verläuft?
Kann es sein, dass manche Gefühle / Einstellungen einfach nur angestoßen werden müssen und dadurch zum Selbstläufer werden?
Soviel Schönes und Gutes ist mit meinem Leben in den letzten Wochen passiert und obwohl ich gerade vor 'nem ganz schönen Scherbenhaufen stehe, ist ganz viel von der Kraft und Stärke, die ich in der Zeit gefunden habe noch da. Nicht so 'ne Ärmel-hochkrempel-und-los--was-kostet-die-Welt-Stärke, wie ich sie in den letzten Wochen gelegentlich gefühlt habe, aber doch ausreichend viel, um die Schultern zurückzunehmen, den Kopf anzuheben und immer noch zu wissen, in welcher Richtung vorne liegt. Genügend Stärke, dass sie alleine durch ihre trotzdem-immer-noch-Anwesenheit gut tut und mir Zuversicht gibt. Genügend Stärke, um mir die Traurigkeit zugestehen zu können und nicht beiseite schieben zu müssen, weil ich weiss, dass sie nur in Phasen auftritt und mein Leben nicht ersticken kann.
Dass sich in meinem Leben ganz gewaltig was ändert, hab ich in den letzten Wochen häufig gespürt, wider meiner Erwartung ist jedoch, dass jetzt immer noch soviel davon da und wirklich meins ist. Yay!
Katja